Willkommen zurück, liebe Leser. Nachdem sie nun die Zeit hatten, sich von Belbels Tod zu erholen und ihre Tränen zu trocknen, lassen Sie uns wieder gemeinsam durchstarten. Guys wird von Durer zu sich zitiert und ja, wir sind schon wieder mittendrin im Schlamassel. Immerhin hat der blonde Wärter gute Laune und DAS kann kein gutes Zeichen sein. Nicht mal unser kleiner Naivling von einem Protagonisten kann sich jetzt noch einreden, dass es wahrscheinlich nur um eine Aufgabe geht, die es zu erfüllen gilt. Allerdings hat er keine Wahl (also ein bisschen so wie Sie, die sich das hier immer wieder durchlesen) und trabt deswegen nach einem bisschen moralischen Hin und Her los.
Er erreicht Durers Zimmer und wird überraschend gastfreundlich empfangen: Durer versucht nicht sofort, ihm etwas in den Hintern zu schieben, sondern arbeitet seine Papierarbeiten durch und schlürft dabei seinen Wein. La dolce vita, meine Lieben. Und nicht nur das, er ist auch noch so freundlich, unserem Helden ebenfalls ein Glas Wein anzubieten. Und nein, ich bin sicher, da steckt keinerlei gemeiner Trick dahinter, wie kommen Sie denn darauf?
Guys kann sein eigenes Glück kaum fassen, obwohl sogar kleine Zweifel durch seinen ansonsten so schrecklich leeren Kopf geistern. Vielleicht will ihn der Wärter nur zu einem Regelbruch anstiften, um ihn danach bestrafen zu können? Nun komm schon, Junge, als ob ausgerechnet Durer dafür wirklich einen Grund bräuchte …
Der Wein, das weiß ein kleiner Kenner wie Guys sofort, muss ziemlich teuer sein, allein der Geruch ist schon erstaunlich anziehend. Und nun geschieht mal wieder das, was einen Interactive Novel so interaktiv macht: Ich kann mich entscheiden, ob der Junge trinken soll oder nicht. Um ehrlich zu sein fühle ich mich, als wäre es aus einem Sekundenschlaf hochgeschreckt, denn mit einer Unterbrechung in diesem Wust aus Text hätte ich eigentlich nicht mehr gerechnet.
Warum zu Hölle eigentlich nicht? Jeder mit einer halben Gehirnzelle weiß, dass das nicht einfach nur aufopfernde Großzügigkeit von Durers Seite sein kann, aber was will er denn schon tun? In den Arsch bekommt es Guys ohnehin, also wenn er sich damit Sex erschleichen will, dann ist mir das inzwischen sogar lieber als dieses ständige Vergewaltigen.
Also ja, Guys nimmt einen Schluck. Der Wein ist lecker und Durer ermutigt den Jungen, ruhig das ganze Glas zu leeren. Danach muss Guys dem jungen Wärter hinterher traben und ich glaube nicht, dass das ein gutes Zeichen ist.
Aaaaber offensichtlich haben wir diesmal Glück, man wird zwar in den Folterkeller gebracht, soll dort allerdings nur das Blut aufwischen, das einer der unvorsichtigen und rücksichtslosen Geäste vorher dort einfach so verläppert hat. Während unser Held putzt, wird er natürlich von Durer beobachtet, also haben wir offensichtlich unseren Hintern noch nicht ganz vom Feuer gezogen. Woran erinnert mich das alles nur …?

Ah, ja. Danke sehr.
Und weil der Plot gerade übel auf die Blase drückt, muss unser kleines Uke vom Dienst ganz plötzlich auf die Toilette. Der Wein natürlich macht es anscheinend noch ein wenig dringlicher. Aber, weil Durer so ein verständnisvoller Kerl ist, darf Guys nicht auf den Topf. Zumindest nicht einfach so: Erst muss ein kleiner Kimmenritt sein.
Guys ist überrascht (im krassen Gegensatz zu mir, ich fragte mich nur schon, warum das so lange auf sich warten ließ). Aberaberaberaber … wenn er es sich jetzt in den Po machen lässt, muss er dann nicht ohnehin urinieren, OHNE vorher aufs Klo zu kommen?
Öhm … ich meine, meine Erfahrungen halten sich da in Grenzen, aber um ehrlich zu sein bezweifle ich, dass anale Penetration sofort alle Schleusen öffnet. Das sollten wir nochmal ausdiskutieren, liebes Spiel! Und ich hoffe, du bringst beweise für diese Theorie mit.
Nun, sei es, wir konnten uns nicht ewig darum drücken. Die nächste Szene ist eigentlich nicht mehr als die ausufernde Beschreibung dessen, wie Guys versucht, seine Blase unter Kontrolle zu halten, während er von Durer in den Hintern genagelt wird.

Dass das nicht gut gehen kann, das war eigentlich schon von vornherein klar, oder? Allerdings frage ich mich, wie es sein kann, dass jemand gleichzeitig uriniert, ejakuliert und sofort danach weiteruriniert, ohne eine Pause zwischendrin. Warum kann ich das Mitdenken einfach nicht sein lassen? Selbst jetzt, wo die Hitze mein Hirn langsam zu einer Rosine zusammenschrumpeln lässt fällt mir auf, dass das Spiel jenseits jeglicher Glaubwürdigkeit agiert.
Zumindest hat Guys nun noch ein bisschen was zum Feudeln und auf die Toilette muss er auch nicht mehr. Praktisch.
In der nächsten Szene ist Besuchszeit und unser aller Lieblingsanwalt ist gekommen, um seinen Mandanten noch ein wenig aufzubauen. Diesmal ist er noch betrunkener als sonst und kann sich offensichtlich kaum gerade halten. Zum ersten Mal in diesem Spiel sehe ich, dass Guys nun vollkommen nachvollziehbar handelt: Er sagt, dass Lusca nicht wiederkommen soll, so lange nicht, bis er wirkliche Beweise für seine Unschuld hat. Mit diesen Worten lässt er den Anwalt sitzen und kehrt wieder zu seiner Arbeit zurück.
Gartenarbeit, das weiß man schon seit Großmutters Zeiten, ist gut für Körper und Geist. Allerdings nur dann, wenn man nicht unter der Obhut Durers arbeiten muss, der sofort die Gelegenheit ergreift und Guys beim Unkrautjäten bespringt.
… arbeiten in diesem Gefängnis eigentlich nur Blinde, Taube, Gehirnamputierte und Dauergeile? Und wer hat dem Schatten an der Spielplatzmauer eigentlich in diese Wachuniform gesteckt?
Es wird wieder gebumfiedelt und diesmal dort, wo es wirklich jeder hören und sehen kann. Hier und da scheint auch jemand zu sehen, was da gerade vor sich geht, interessieren tut es aber niemanden. Ich für meinen Teil hoffe eigentlich nur noch, dass wir dieses Spiel mit Erniedrigung und Wahnsinn langsam hinter uns bringen können. Bitte …?

Ehwg! Ich hoffe, sie haben sich noch rechtzeitig geduckt, Damen und Herren? Nun gut, wenigstens lässt Guys endlich die Wahrheit vom Stapel: Inzwischen ist er geil geworden auf Schmerzen und Durer und findet inzwischen alles total super. Wie … wie das halt immer so geht, ne?
Das nächste Bild zeigt uns Guys unheinlich deformiertes Gesicht mit den riesigen Uke-Augen, geknebelt und Tränen in den Augenwinkeln. Er sagt, er lebt nun gemeinsam mit Durer als seinem Herren und hofft zumidnest auf eine Amnestie, irgendwann eines Tages; vielleicht. Allerdings, das gibt er zu, so schlecht ist es nicht. Immerhin, gerade zum Beispiel sitzt er auf Durer, dessen strammen Max ganz tief im Hintern und bekommt von der nächsten – neuen – Guys-Ersatzmischung dabei einen geblasen. Und damit, liebe Leute, endet an dieser Stelle die Geschichte. Maso-Guys ist laut seinen eigenen Aussagen nach zufrieden und alles ist wieder in Ordnung.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit und Treue über die letzten Monate hinweg. Sie und ich, wir haben etwas besonderes geteilt und ehrlich, hatten wir nicht eine schöne Zeit? So, nun muss ich aber wirklich, mein gefälschter Pass und meine gepackten Koffer warten nicht auf mich …
Moment mal! Was soll das? Du kannst doch nicht so einfach gehen!
Was? Wer ist da?

Oh nein, bitte nicht schon wieder du!
Schon wieder? Es ist lange her, dass wir uns gesehen haben. Zudem tut es mir leid, dass ich dich nicht ohne weiteres in Ruhe lassen kann, aber das machen Gewissen nun einmal so.
Müssen wir schon wieder über DIEES Thema reden?
Nein, nicht unbedingt. Ich wollte dir einfach nur sagen, dass du nicht einfach so gehen kannst. Es geht nicht.
Warum sollte es das nicht?
Ich erinnere mich noch gut an den Abend, an dem du das erste Mal erwähntest, dass du dieses Spiel spielen und darüber schreiben wolltest. Irgendwann warst du stark angetrunken, bist dir einmal beinahe selbst auf die Finger getreten und meintest schließlich „Die Geschichte dieses Spiels taugt keinen Schuss Pulver. Und weißt du was?! ICH werde es beweisen!“. Dann bist du in die Küche gewankt, hast versucht, die Katze abzulecken und bist schließlich in der Badewanne eingeschlafen. Erinnerst du dich?
…Schemenhaft, ja. Aber was willst du von mir, Aphasia? Ich habe beweisen, dass …
Nein, hast du nicht. Du hast das Ende erreicht, in dem nicht wirklich auf den Ablauf des Kiminalfalles eingangen wird. Das gilt nicht.
Mooooment mal, nur, damit ich das richtig kapiere … du willst, dass …
… du das tust, was du deinen Lesern schuldig bist und das gute Ende freispielst.
Dazu kannst du mich nicht zwingen, Aphasia!
Warum nicht? Strapaziere nicht meine Geduld, du bist mir auch noch einige Dinge schuldig und glaub nicht, ich hätte nicht gemerkt, dass du nach unserem letzen Streit meine Notizen versteckt hast. Ich bin blind, Penny, aber nicht dämlich.
Du solltest mir lieber dankbar sein, dass ich dir ein Zuhause gegeben habe nach deinem schrecklichen Unfall.
Im Gegensatz zu dir muss ich gar nichts, meine Liebe. Und muss ich dich darauf hinweisen, dass ich lediglich aus dem Grund, dein Gewissen bin, weil niemand sonst den Job machen will?
Ich wünschte, du hättest damals nicht deine Augen, sondern deine Zunge verloren …
Hör auf zu jammern und starte das Spiel neu. Und diesmal werde ich dir auf der Schulter sitzen, so leicht kommst du mir nicht davon.
Aphasia?
Ja?
Ich hasse dich.
Ich dich auch, Penny. Ich dich auch.
Fein … also, liebe Leser, seien Sie auch nächstes Mal wieder dabei, wenn wir in der nächsten Enzai-Runde aufzudecken beginnen, wie sich der Mord, der unserem sympathischen Hauptcharakter angelastet wird, WIRKLICH zugetragen hat.
Und danke an dieser Stelle an Patchouli, er Schöpferin des wunderbaren Aphasia, meines gewissenhaften Gewissens. Wir verabschieden uns und ich schließe mich jetzt erstmal im Badezimmer ein und weine eine Weile …
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