Montag, 6. September 2010

Enzai 03 - Saved by the bell

Kaffee? Check!
Zigaretten? Check!
Extra starke Minzbonbons? Check!
Zitronenlimonade? Check!
Schmusekissen? Check!
Einen Vorrat Fluoxetin? Check!

Gut, dann denke ich, wir können loslegen, nicht wahr? Wundern Sie sich? Nun ja, wenn SIE mutig genug sind, sich knietief in den Wahnsinn zu wagen und dabei unvorbereitet zu gehen, dann ist das IHRE Entscheidung. Ich allerdings neige dazu, mich lieber ein bisschen zu gut vorzubereiten als zu wenig. Und kommen Sie bloß nicht auf den Gedanken, ich würde mein Fluoxetin mit Ihnen teilen, wenn Sie mich darum anflehen.

Als wir Guys, unseren sympathischen Helden, das letzte Mal sahen, war er mit seinem Arsch gerade auf dem Weg in den Knast, nachdem er aufgrund eines erpressten Geständnisses wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde.
Der Hintergrund des Gefängnisflurs besteht aus kaum mehr als einem lausgrauen und absurd hohen Gang, der sich in eine schwarze Unendlichkeit erstreckt. Wer sich schon einmal gefragt hat, warum die Zwerge im Film „Der Herr der Ringe“ die Minen von Moria so unglaublich hoch angelegt haben, obwohl es doch … nun ja … Zwerge waren, der wird sich angesichts der tristen Kulisse hier sie selbe Frage stellen. Vermutlich könne hier mit Leichtigkeit ein Riese durchtoben, ohne den Kopf einziehen zu müssen. Der Effekt auf kleine Alibi-Ukes soll wohl sein, dass sie durch den bloßen Anblick eingeschüchtert werden. Warum versuche ich eigentlich noch, mit LOGIK an dieses Spiel zu gehen? Ach ja, ich weiß, vermutlich, damit ich der epischen Geschichte folgen kann. Vergess’ ich immer wieder, sorry.

Die Wache, die Guys hereinführt, ist anhand ihres kleinen Charakterbildes neben dem von ihr gesprochenen Text bereits als Mitglied der geheimen Bishi-Brigade aus Bückelshausen zu identifizieren. Obwohl eigentlich noch nicht wirklich viel passiert ist, flennt Guys schon herum. Alles sei so dunkel und der kurze Marsch durch die Gänge kommt ihm wie eine Ewigkeit vor … Ja Junge, wem erst nach der Verhandlung einfällt, zu sagen, dass er niemandem etwas getan hat, der verdient eigentlich auch nichts anderes. Eigentlich solltest du schon froh sein, dass Blödheit keine körperliche Qual verursacht. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Umso verwirrender finde ich, dass die ganze Zeit neben Guys’ Heulphrasen immer noch das Gesicht von „Guard A“ steht. Für einen Moment könnte man denken, dass wir unbemerkt die Perspektive gewechselt haben und nun einem sehr labilen Wachmann dabei zuhören, wie er seinen Job beklagt. *seufz*
Aber nein, der Wächter kündigt eine „medizinische Routineuntersuchung“ an und in meinem Kopf beginnt es, zu ziehen. Man muss das Spiel nicht schon einmal gespielt haben um erraten zu können, wie diese Untersuchung aussieht. Aber nun ja, bitte sehr.
Nachdem wir in einen Raum mit einer sehr, sehr dicken Holztür geschoben werden, lernen wir Durer kennen, der sich erst einmal unsere Papiere ansieht und dann feststellt, dass wir ein böser Junge sind. Offenbar sind wir einer der wenigen Fälle, die wegen latenter Freundlichkeit hierher geschleift wurden.
Guys beginnt sofort wieder mit seiner Heulerei. Er fühlt sich unwohl dabei, von Durer gemustert zu werden und mein Mitleid hält sich in Grenzen. Freundlich, wie er nun mal ist, weist uns Durer darauf hin, dass wir hier an einem äußerst schrecklichen Ort gelandet sind. Geez, danke schön. Das hätte ich ohne ihn gar nicht realisieren können. Vermutlich hätte sich Guys nach dem Gespräch gar auf die Suche noch dem Wellness-Bereich gemacht, aber ich denke, das kann er sich auch sparen. Wie es sich für einen Hengst in Uniform nun mal gehört, kommt der Chef der Wache nun auf unseren Helden zu und packt ihn am Kinn. Offenbar haben wir unseren neuen Seme ein bisschen zu lange und zu schief angesehen. Er packt den Jungen am Kragen und drückt ihn gegen die Wand.

Ist hier jemand überrascht?

Naja, Guys kassiert auf jeden Fall einen Tritt (wohin, das wird verschwiegen) und wird nochmal darüber aufgeklärt, dass Durer hier das Sagen hat und seine Befehle ohne Wenn und Aber zu befolgen sind. Sollte sich unser Held widersetzen, dann würde er nicht so einfach davonkommen.
Anstatt einfach zu nicken, sind Guys anscheinend plötzlich ein paar Eier gewachsen. War er vor Gericht noch zu feige/blöd/whatever, um sein Geständnis zu revidieren, fragt er nun, wieso er sich von Durer zusammentreten lassen solle. Offenbar hat dem kleinen Trottel niemand beigebracht, angemessen zu reagieren. Oder das ist einfach der Fluch eines Ukes, das keinerlei ausgearbeiteten Charakter hat und deswegen als Plotdevice beliebig so regieren kann, wie es der Story gerade am besten in den Kram passt. Gut, das kann ich auch verstehen. Ukes sind immer dann am Witzigsten, wenn sie einen Willen haben, den man brechen kann. Und da Guys vorher eindeutig keinen Willen hatte, hat man ihm in dieser Situation ganz fix einen angedichtet. Sie wissen schon, für den Spieler. Es soll ja spannend bleiben.

Auf jeden Fall wird Guys plötzlich mutig und plärrt Durer an, er habe kein Recht, sich so zu benehmen, schließlich sei er nur ein Wächter. Ja. Einer von den Typen, denen du wehrlos ausgeliefert bist, wenn die das wollen. Ich sage es Ihnen, liebe Leser: Guys ist so blöd, der würde seinen eigenen Interactive Novel mit einem Lenkrad spielen.
Apropos „Interactive“ und „spielen“ … bisher habe ich nicht eine einzige Entscheidung selbst treffen können. Ansonsten hätte ich statt „rumbitchen“ vielleicht „Fresse halten“ angeklickt und dann wäre diese Szene nicht so den Bachgraben runter gegangen, wie sie es jetzt tut.
Denn natürlich sieht Durer das Aufmucken seines neuen Schützlings als Einladung. Vermutlich hätte sich Guys auch gleich die Hose runterziehen und sich eine Zielscheibe um seinen After malen können, es wäre aufs Selbe hinausgegangen.
Aber kommen wir erstmal zum zärtlichen Vorspiel. Durer schubst Guys zu Boden, packt ihn an den Haaren und scheuert das kleine Milchgesicht unseres Helden erstmal über den rauen Steinboden. Guys flennt natürlich sofort rum und sein Seme verdstärkt noch ein wenig die Kraft, mit der er mit dem Kind den Boden aufwischt. Laut Guys Beschreibung färbt sich der Boden mit seinem Blut ein.
Wow, ich meine … Durer muss mit dem bisschen Geschrubb quasi sein Gesicht geschält haben. Jeder, der schon mal hingefallen ist, kann sich sicher daran erinnern, dass aus Schürfwunden das Blut nicht gerade in Litern herausschießt. Aber vielleicht war das damals in Frankreich anders.
Die nächsten paar Zeilen sind nicht viel mehr als Gejammer von Guys (autsch tut das weh, oh Gott, da ist Schmutz in meiner Wunde, rabäh rabäh) und Durers blöde Sadistenkommentare (Ooooch, du blutest ja; DAS tut mir aber leid *höhö*), bis unser Held schließlich begreift, dass er Durer ausgeliefert ist und er fragt sich, wie er vergessen konnte, niemals jemanden herauszufordern, der mächtiger ist es er. Junge, ich glaube, das liegt einfach nur daran, dass du ein kleines devotes Amöbenhirn bist, dem die unglückliche Rolle des Bückstücks zugefallen ist. Aber glaub mir, das ist nicht das letzte Mal, dass du reagierst wie ein Hirnverbrannter.

Sogar Durer hat gecheckt, dass Guys ein Idiot ist, und das ist schon erstaunlich, schließlich ist unser blonder Seme eigentlich nicht mehr als Samenstränge auf zwei Beinen. Unser Held wird aufgefordert, aufzustehen aber ukig, wie er nun mal ist, hat er einen Schwächeanfall der plötzlichen Plot Convenience, was natürlich nicht mehr ist als eine Aufforderung, ihn doch nochmal ein bisschen zu treten. Durer kann der natürlichen Unterwürfigkeit und Hilflosigkeit natürlich nicht widerstehen und tritt einmal beherzt zu.
Warum ist eigentlich jeder in diesem Spiel so schrecklich vorhersehbar?

Kaum hat Guys sich auf seine Beine gewuchtet, wird er auch schon von Durer begrabscht. Oh, aber keine Sorge, ich denke, wir können sicher sein, dass der Hauptmann der Wache einfach nur seine Arbeit macht und Guys auf mögliche Waffen untersucht, die er am Körper tragen könnte. Gut, dass er das JETZT schon macht. Ein wirklich mordlüsternes Uke hätte ihn in der Zeit zwar schon hundertmal anfallen und abstechen können, aber es war ja wichtiger, erstmal die Positionen zu klären. Außerdem bin ich ja kein Fachmann, was weiß ich schon darüber, wie ein Wachmann seinen Job zu machen hat.
Guys versichert, dass er natürlich nichts mitgenommen hat, nichts in seinen Taschen, nichts in seinem Kopf – wie immer.
„Bist du sicher?“, fragt Durer und fängt an, an Guys’ Brustwarzen zu fummeln. Was soll das? Glaubt er, wenn er die richtige Kombination dreht, geht an dem kleinen Jungen vor ihm eine Klappe auf? Oder geht es ihm *gasp* GAR NICHT UM EINE LEIBESVISITATION IM KLASSISCHEN SINNE?! Halten wir einen Moment betroffen inne.



So, das reicht dann jetzt auch, denke ich. Sehen wir lieber, was weiter passiert. Guys tun die Nippel weh und Durer grabscht untenrum weiter. Ja. Eigentlich sollten wir das jetzt verwerflich finden, denke ich. Aber ich bin sicher, dass das schon in Ordnung geht, schließlich ist dies gerade der Punkt, an dem Durers „interessanter Charakter“ eingeführt wird. In welche Körperöffnung man ihn einführt, das lasse ich jetzt einfach vorerst unbeantwortet, zügeln Sie ihre Ungeduld nur noch ein paar Minuten, meine Lieben.
Guys fühlt sich bedrängt (ach was!) und weicht zurück, was unserem Wachmann allerdings nicht zusagt. Er lässt sein neues Bückstück nicht ganz so einfach davon kommen, oh nein. Es geht weiter mit Getatsche. An den Hüften, am Arsch, ganz egal.
Offenbar dräut auch unserem Helden, was uns eigentlich schon seit einer ganzen Weile klar ist. Er selbst, so sagt er, hat keine Erfahrung, seine Freunde allerdings haben sich schon hin und wieder an Pädophile verkauft (einer nannte sich später Louise Hardwich, ließ sich die Haare lang wachsen und wurde oberster Rape-Agent in seinem eigenen Novel). So weiß Guys zwar, was ein „Mann mit einem anderen Mann tun kann“, will das aber – wie sich das für ein Uke seines Schlages gehört – nicht. Wie dem auch immer sein mag, Durer ist das aber alles sehr gleich und er fordert den Jungen auf, die Hosen auszuziehen, seine Hände auf den Tisch zu stützen und sich nach vorn zu beugen.



Guys möchte gerne wegrennen. Ich auch. Allerdings bleiben wir beide. Denn – wie er mit seinem messerscharfen Verstand sofort erkennt: Er ist in einem Gefängnis (selbst schuld!) und er glaubt nicht, dass er da SO einfach wieder rauskommt. Inzwischen glaube ich, dass Guys’ Eltern schwer alkoholabhängig waren, als sie ihren Sohn gezeugt haben. Wie sonst kann man entschuldigen, dass der Junge so ausgesprochen matt auf der Platte ist?
Schon seit einer Weile habe ich Guys’ verschrammtes Gesicht in diesem irritierenden Farbwirbel vor meinem Gesicht und bin so zermürbt, dass mein Herz sogar hüpft, als Durer seinen Schlagstock hebt, weil ihm der Blick des Jungen nicht in den Kram passt.



Ich weiß, Sie kennen das Bild schon, aber schauen Sie doch bitte noch einmal genau hin. Erinnern Sie sich noch an die Massen von Blut, die aus den Gesicht unseres Helden geschossen sind, als er mit dem Gesicht über den Boden gerubbelt wurde? Wenn Sie es noch nicht wieder verdrängt haben, sollte das der Fall sein. Sehen Sie die schrecklichen Wunden, die den hohen Blutverlust rechtfertigen?
Nein?
Gut, ich auch nicht. Als ich damals als Kleinkind mit dem Gesicht voraus vom Bobbycar gefallen bin, sah ich schlimmer aus, glauben Sie mir.
Da Guys nicht unbedingt nochmal verprügelt werden will, gehorcht er nun doch, zittert aber so zum Gotterbarmen, dass er es nicht mal schafft, sich das Höschen runterzuziehen.

Oooooch! Wie süß und ukig! *kawaiiiiiii* ^____^

Dem Himmel sei Dank ist ja noch Onkel Durer da und zögert nicht, uns zu helfen. Einmal herzhaft gerupft und unten ist die Buchse. Und nun raten Sie mal, wo Onkel Durer gleich mit seiner Suche nach Waffen oder Drogen oder Süßigkeiten weitermacht.
Geenau!


I’m in ur Enzai stealin’ ur kuwaih!

Das wirklich Interessante an dieser Szene ist eigentlich die Tatsache, dass Durer IMMER NOCH seine weißen Handschuhe trägt. Auf der einen Seite sicherlich gut für ihn, auf der anderen Seite frage ich mich, wer seine Wäsche wäscht.

Durer: „It’s pretty narrow. I can’t investigate like this. We’ll have to widen it up.”


Ein interessanter Charakter, nicht wahr?

Entschuldigen sie bitte, ich glaube, mir ist gerade eine Ader im Kopf geplatzt. Ich bin gleich wieder da …

Was als nächstes passiert ist eigentlich … ähm … Geschmackssache. Ja.
Erst puhlt Durer Guys ein wenig im Hintern herum und beweist dann dem Kleinen und natürlich auch mir, wie gern er Schokolade mag. Köst-lich!
Guys nutzt die Gelegenheit, um uns seine innerste Gefühlswelt zu offenbaren. Wie eng sein Arsch doch ist, wie komisch sich das alles anfühlt, aua aua, das ist ja alles so komisch, was soll das, ich mag nicht, ich will nicht … Sie können es sich ja denken.
Als Durer sich noch einmal mit den Fingern vergewissern will, dass Guys auch keine Pumpgun in seinem Anus stecken hat, geht eine Wimmer- und Quiekorgie sondersgleichen los. Schon mal auf einen Hamster getreten? Ich glaube, das klänge besser als das Gewimmer, das meine Ohren im Moment penetriert. Es ist ein wenig so, als würde ein Bishi-Seme in Uniform mich in beide Gehörgänge gleichzeitig vergewaltigen.
Auf jeden Fall hat Guys Angst um seine inneren Organe. Wegen … Durers Fingern in seinem Arsch. Das müssten dann auf jeden Fall sehr, sehr LANGE Finger sein, denn ich erinnere mich, dass so ein Darmtrakt doch eine gewisse Länge hat.
Und noch etwas klingt komisch: Warum tönt der Fingerbang in Guys’ Hinterteil eigentlich so überaus und unangenehm glitschig und feucht? Obwohl … nein, vergessen Sie bitte diese Frage. Ich will selbst nicht über mögliche Erklärungen nachdenken.

Durer: „You’ll get used to this sooner or later

Im Moment bin ich mir nicht ganz sicher, ob er damit Guys oder mich meint, aber wahrscheinlich läuft es ohnehin aufs selbe raus. Nach einer kleinen spöttischen Bemerkung quetscht der Wachmann noch zwei weitere Finger dazu, was Guys dazu bringt, NOCHMAL zu betonen, wie eng das alles ist. Verdammt nochmal, Junge! Je weniger ich über deinen Arsch weiß, desto besser. Allerdings … was ist aus der versprochenen medizinischen Routineuntersuchung geworden, die man uns am Anfang dieser Szene versprochen hatte? Ist sie das schon? Kommt sie noch? Bezahlt das die Kasse? Und was hat es mit der geheimnisvollen „warmen Flüssigkeit“ auf sich, die Guys nun an sich herunterlaufen fühlt? Wieviele warme Flüssigkeiten kann man im Arsch eines durchschnittlichen Menschen finden? Langsam habe ich das Gefühl, das Kind ist ein Bluter.
Durer fummelt noch ein bisschen wilder und Guys kreischt dabei wie ein kleines Mädel am Spieß. Eigentlich kann er froh sein, dass er nicht das Uke in einem FF-Universum ist, in dem Male Pregnancy existiert, sage ich da nur.

Und so plötzlich, wie der ganze Spuk angefangen hat, ist er auch wieder vorbei. Eine Glocke bimmelt die volle Stunde ein und Durer – die Pünktlichkeit in Person – findet, dass nun wohl keine Zeit mehr ist, um kleine Kinder anal zu quälen.
Guys fällt uke-typisch erstmal halb in Ohnmacht (natürlich jetzt, wo’s vorbei ist. NICHT vorher) berappelt sich aber wieder, als Durer ihn auf das nächste Mal vertröstet. Ja, und der kleine Stoppelhüpfer ist auch noch ÜBERRASCHT! Du hast dir die Sache mit dem Knast eingebrockt, jetzt löffelst du sie auch aus.
Der Chef der Wache weist den Kleinen an, sich anzuziehen und mitzukommen. Schließlich ist es Zeit für das Antreten der Gefangenen und jemand muss ihn doch den anderen vorstellen, nicht wahr?

So, liebe Leser. Ich vertröste Sie jetzt auch auf das nächste Mal.
Und bringen Sie dann ihre eigenen Beruhigungsmittel mit, ja? Sie sehen FURCHTBAR aus!

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