Montag, 6. September 2010

Enzai 08 - Violence Fetish

Sie sind wieder hier? Warum? Wollen Sie mit mir mein Elend teilen oder ist es die Neugier, die sie immer wieder hierher zwingt? Die Gier danach, zu erfahren, WAS nun eigentlich der Sinn dieser ganzen Orgie aus Sex und Gewalt ist? Wissen Sie, in gewisser Weise bewundere ich Sie. Dass sie sich bisher noch nicht haben vergraulen lassen, spricht für Sie und ihren Magen.
Wissen Sie noch, wo wir das letzte Mal stehen geblieben sind, Damnterrn? Richtig, Durer hatte unseren Protagonisten mit der Hausmarke verköstigt, wenn man das so ausdrücken möchte. Da Guys so wie wir in dieser Sache mit drinhängt und nicht einfach alles hinschmeißen kann, ist die Geschichte hier natürlich noch (lange) nicht zu Ende.

Gefangene haben – wie wir alle wissen – einfach zu viel Freizeit und weil jeder mit napoleonischen Frankreich, der in einer armen Unterschichtenfamilie geboren wurde, offenbar lesen kann wie eine Eins, vertreibt sich unsere Hauptfigur die Zeit damit, Zeitungsausschnitte zu lesen, die ihm sein kompetenter Anwalt mitgebracht hat. Einige werden mich jetzt fragen: Moment mal, Penny … um WAS geht es denn in den Zeitungsausschnitten und ich werde sagen: „Huh? Keine Ahnung! MIR sagt ja niemand was …“
Auf jeden Fall ist Guys’ Blidung nun doch nicht so gut, wie man erst hätte vermuten können und er stellt fest, dass einige Stellen mit koblizirrten Wörters für ihn keinen Sinn ergeben. Offenbar bin ich nicht die Einzige, die sich über die Lesestunden unseren Helden wundert, sogar Jose kommt nicht umhin, eine bissige Bemerkung darüber zu verlieren. Guys jedoch, ein cooler Knochen, wie er ist, lässt sich einfach nicht provozieren – wobei ich ohnehin bezweifle, dass er bei einem Bitchslap gegen Jose überhaupt eine Chance hätte. Die beiden stänkern ein wenig herum, wer denn nun lesen kann und wer nicht, und so weiter und so fort … Heh, wäre das nicht eine tolle Stelle gewesen, um ein wenig Relevanz einzubauen? Vielleicht mal eine Episode mit Lusca, dem Anwalt, einfach, um ein wenig Abwechslung in das Spiel zu bringen und den Interactive Novel ein wenig interaktiver zu machen? Warum bekomme ich ständig das Gefühl, dass meine Katzen mit ihrem HINTERN ein besseres Spiel programmieren könnten und ich sogar im totalen Vollsuff eine Geschichte schreiben könnte, die mehr Hand und Fuß hat?
Nur um nochmal zu zeigen, was für ein sozialer Krüppel Guys und was für ein totaler Reinfall Io, das kleine Uke ist, reibt mir das Spiel die unglaubliche Sympathie unter die Nase, die Guys innewohnt: Als Jose anfängt, ihm auf den Keks zu gehen, schlägt der Knabe vor, er könne doch einfach Io in den Hintern vergewaltigen.
Liebe Leser, ich erinnere daran (nur für den Fall, dass sie es zwischendrin vergessen): DAS ist der glaubwürdige, ausgefeilte Charakter, dem wir unser Mitleid und unsere Sympathie angedeihen lassen sollen.
Io, die gute Seele, die er nun mal ist, schämt sich zwar in Grund und Boden, doch genau wie ein getretener keiner Welpe weiß er nicht, dass es Leute gibt, die ihn auch normal behandeln würden und so versucht er trotz allem, mit Guys ins Gespräch zu kommen. Auch er geht in gewisser Weise davon aus, dass es wirklich unser „Held“ war, der den Mann getötet hat und bewundert ihn dafür, dass es er gewagt hat, sich an einem Gegner zu vergreifen, der so viel größer und stärker war als er. (An dieser Stelle drängt sich mir der Gedanke auf, dass tief in Io der Wunsch verwurzelt sein muss, in einem Blutrausch alles und jeden in diesem Gefängnis anzufallen und zu töten – wer könnte es ihm übel nehmen? ICH sicherlich nicht …)
Weil Guys offensichtlich gehirnamputiert ist, fällt ihm in dem Moment, in dem er das Bild des Opfers in der Zeitung sieht, auf, dass der Mann WIRKLICH viel größer und massiger war als er. Und messerscharf schließt er daraus, dass er nie, nie, NIE im Leben in der Lage gewesen wäre, jemanden mit dieser Statur umzubringen. Und er findet, dass DAS ein Beweis ist. Ich glaube, jeder Juris wäre in der Lage, diesen „Beweis“ mit einer Handbewegung beiseite zu wischen, aber wenn es unseren Helden glücklich macht, will ich das einfach mal so stehen lassen. Wochen vergehen und Guys freut sich auf Luscas nächsten Besuch, in der Hoffnung, dass seine wirren Beweisketten den Anwalt beeindrucken. Lange Zeit tut sich nichts und zwischenzeitlich beginnt sich der Junge schon zu fragen, ob sein Advokat denn überhaupt irgendwann zurückkommt. Und dann, endlich, meldet ein Wächter, dass unser Uke vom Dienst einen Besucher hat.
Juchheißsassa!
Selten hat sich jemand mehr gefreut, einen betrunkenen Trottel zu sehen. Und weil Lusca ein so heiteres Kerlchen ist, zerstapft er Guys’ Träume von Freiheit sofort mit einer metaphorischen Nagelsohle – indem er die idiotischen Überlegungen des Jungen als genau SOLCHE hinstellt. Und nicht nur das, offensichtlich war er auch nicht in der Lage, auch nur einen EINZIGEN von Guys’ Freunden zu finden. Jetzt reißt sogar unserem Protagonisten die Hutschnur und er schmeißt seinen Anwalt raus – ihn wird es freuen, bezahlt worden ist er sowieso. Wofür, das lässt sich zwar nicht so genau sagen, aber heißt es nicht ‚Dilettantismus belohnt sich selbst’? Nein? Hm …

Guys weiß sich schon zu beschäftigen und fleißiges Bienchen, das er ist, schrubbert er heute die Wohnstuben der Wachen – und natürlich auch Durers Zimmer. Und weil DER anscheinend in seinem Job als Wache rein GAR nichts zu tun hat, außer kleinen Gefangenen hinterher zu steigen, sitzt ER natürlich mit im Zimmer und sorgt mit stierenden Blicken für Stimmung. Aber irgendwann kriegt er doch mal die Zähne auseinander und scheucht Guys los, damit der Kleine eines seiner Hemden abholt, das er in die Wäsche gegeben hatte und das inzwischen fertig sein müsste. Als unser Held mit dem Kleidungsstück zurückkehrt, nimmt das Drama seinen Lauf – allem Anschein nach hat jemand eine Nadel in dem Hemd vergessen – fragen Sie mich bitte nicht, wie die beim Waschen da hingekommen sein soll – und als Ergebnis hat Duri-Wuri ein Wehweh an seinem Bubu. Natürlich wird Guys beschuldigt, die metallene Massenvernichtungswaffe dort hingsteckt zu haben.
Natürlich geht das Gewimmer wieder los, aber wie mein Freund neben mir gerade schon anmerkte – Junge, das bringt nix. Du wirst ohnehin gefickt. Und wie recht er damit hat, das sehen wir jetzt:



Wie genau hält das eigentlich? Außer mit ein bisschen gutem Willen? Guys sieht aus als wäre er von einer Band Kinder angegriffen worden, die herausgefunden haben, wie der Erste-Hilfe-Kasten aufgeht. Dreimal dran geruckt und einmal schief angeschaut – das sollte eigentlich reichen, um da rauszukommen. Houdini lacht über dich, Guys – wo auch immer er sein mag, er lacht über dich.
Ein paar Klicks später haben wir Guys, die lebende Pinnwand. Durer steckt überall da eine Nadel rein, wo er Haut finden kann. Hätte Guys einen Rollkragenpullover getragen hätten beide ziemlich alt ausgesehen. Natürlich müssen auch die Brustwarzen unseres Helden dran glauben, er fängt wieder an, herumzuquieken und Durer salbadert sein übliches Seme-Egogewichse. Und bevor man es sich versieht – rapps! – steckt das Dings wieder mal im Bums.



Für jeden, der nicht weiß, wie Analsex funktioniert, beschreibt Guys gerne nochmal alles ganz genau. Au mein Arsch, wimmer wimmer, oh, au, Durer hat einen so großen XYZ, quieks usw.

After a while, my poor ass gets accustomed to Durer.

Bitte?! Der ÄRMSTE Arsch in der ganzen Sache ist ja wohl eindeutig der Spieler! Und nun passiert unweigerlich das, was jeder, der schon mal eine dieser 08/15-Rape-Fantasien irgendwelcher unterfickter Zischen gelesen hat, kennt: Durer hat den männlichen G-Punkt gefunden (Prostata, Uke-Drüse oder Fickfleck) und schon ist alles gar nicht mehr so schlimm und sogar sehr erregend. Oh wie sehr ich es vermisst hätte, wäre dieser Twist nicht drin gewesen. Nachdem jeder von den Beiden das nächste Standbild um etliche weiße Flecken bereichert, ist der ganze Spuk auch schon wieder vorbei und die Szene wird fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel.

Offensichtlich sind einige Wachen der Meinung, dass Guys sich besser bumfiedeln lässt, als dass er arbeiten kann und deswegen wird unser sympathischer Protagonist ein wenig getriezt, da er seine Arbeit nicht schnell genug erledigen kann. Nebenbei tut Guys das, was er mit am besten kann – sein Schicksal bebärmeln und über die Polizei schimpfen. Wie es der Zufall – und der Storyschreiber – so will, steht genau in diesem Moment Guildias, der Polizist, hinter ihm und bekommt natürlich jedes Wort brühwarm mit. Weil das nicht gut ist für die Moral der anderen Gefangenen (und NICHT, weil er in Guys’ Arsch will) schleppt der fähige Inspektor den Knaben mit sich und zwar in den Keller, wo – wir erinnern uns – mit Vorliebe geile Gefangene gefoltert werden.
Und Guildias verliert auch keine Zeit. Ratzfatz sind die Klamotten des kleinen Uke unten und die Feier kann steigen. Weil die erste „Bondage-Einlage“ noch nicht genug war, braucht es jetzt ganz dringend noch eine. Diesmal geht man allerdings fachmännischer zu Werke, mit großen Eisenstangen und sogar Ledergürteln. Das Ergebnis sieht so aus:



Und wo so „herumgebondaged“ wird, da wird natürlich auch mit heißem Wachs rumgekleckst. Grund genug für Guys, zu jaulen wie ein Hund, während er wiederum bemerkt, dass er eigentlich spitz wie ein Rettich ist. Und kaum steckt der Herr Polizist in seinem Hintern, ist das kleine Uke gar nicht mehr zu bändigen.
Für den Fall, dass noch irgendwer hier immer noch glaubt, dass all das etwas mit BDSM zu tun hat, soll er doch mal kurz hierher kommen, damit Tante Penny ihm oder ihr eine Ohrfeige für latente Blödheit geben kann. Immer wieder bekommt man zu hören, dass das alles zwar schon irgendwie schrecklich sei, aber trotzdem geil, weil es ja BDSM ist. NEIN, ihr verdammten Idioten, das ist es nicht.

Die grundlegende Basis für die Ausübung von BDSM ist, dass es prinzipiell von mündigen Partnern freiwillig und unter gegenseitigem Einverständnis in einem sicheren Maße praktiziert wird. Diese Grundprinzipien werden seit den 1990er Jahren unter der englischen Bezeichnung „safe, sane and consensual“, kurz SSC zusammengefasst. Dies bedeutet so viel wie „sicher, mit klarem Verstand und in gegenseitigem Einverständnis“. Die Freiwilligkeit, das heißt die Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten, grenzt BDSM von Vergehen oder Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung und von Gewaltmissbrauch sowohl rechtlich als auch ethisch ab.

Quelle: Wikipedia

Sehr ihr das? Könnt ihr das lesen? Das ganze verdammte Spiel hat rein gar nichts mit BDSM zu tun, weil es gegen die GRUNDLAGE solcher Praktiken verstößt. An der ganzen Sache gibt es auch nichts zu deuteln. Wer sich bei Enzai auf BDSM rausreden will, der lügt oder hat keine Ahnung und reißt trotzdem seine große Fresse auf. Mehr nicht. Und ich weiß nicht, was ich davon schlimmer finden soll.

Im nächsten Review gibt es ein Wiedersehen mit Lusca zu bestaunen und wer weiß, ich will nicht zu viel versprechen, vielleicht wird auch wieder jemand vergewaltigt. Schauen wir mal, liebe Leser.
Bis dahin verbleibe ich

Auf immer Ihre
PennyDreadful

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