Montag, 6. September 2010

Enzai 06 - 10th Man Down

Keine Arbeit, kein Essen – was für Guys, die faule Flennsau gilt, soll auch für mich gelten. Im Zimmer hat es gerade gefühlte 33° C, mir ist schon vor dem ersten Tastendruck der Eiskaffee ausgegangen und das Mineralwasser schmeckt nach ungewaschenen Füßen. Perfekte Voraussetzungen also, mich in Stimmung zu bringen.
Guys hat in der letzten Folge erfolgreich seinen Anwalt verekelt und wird nun zurück an seinen Arbeitsplatz geführt, wo auch schon Io auf uns wartet. Anscheinend hat er sich gewaschen und sich die Spaghetti von den Schultern gebürstet und soll uns nun ein bisschen in die Arbeit einführen (nein, das war ausnahmsweise mal keine Zweideutigkeit, hören Sie gefälligst auf, zu lachen). Nun wird bei beiden Seiten ein wenig hin- und hergeukt, Io wimmert beim Reden schlimmer als ein kleines Mädchen und Guys ist ruckzuck genervt von ihm. Trotzdem hat unser Protagonist niemand anderen zum Plaudern und so klönt er mit Io während der Arbeit über seinen gemeinen und unfähigen Anwalt. Weil er darüber aber das Arbeiten vergisst, wird er erstmal ein wenig von den Wachen verprügelt und von den Mitgefangenen ausgelacht.
Guys eröffnet uns im nächsten unbelebten Bild, dass er sich im Gefängnis einzuleben beginnt. Der Tagesrhythmus geht ihm in Fleisch und Blut über, doch seine Sexualität befindet sich offensichtlich im Blindflug: Er fängt an, von Frauen zu phantasieren.
Nein, nein, Guys, bitte! Du … du bist nicht heterosexuell, du bist nur verwirrt! Glaub mir, wir kriegen das schon wieder hin.
Weil Guys ein gar so angenehmer und tiefer Charakter ist, werden wir weiter in sein Seelenleben und denken eingeweiht. Er beschwert sich schon wieder über das Essen, das es jeden Tag gibt. Verzeihung, deine Familie ist so arm, dass sie wahrscheinlich gerade auf der Straße irgendwo um etwas betteln muss und du beschwerst dich über Kartoffeln und Suppe. Anscheinend sind Geschichtsbücher über Frankreich zur Zeit Napoleons in Japan entweder nicht erhältlich oder sie werden nicht gelesen – zumindest nicht von den Künstlern, die und Enzai beschert haben.
Inzwischen wird mir klar, dass in diesem Gefängnis anscheinend alle unter komplett selektivem Gedächtnisverlust zu leiden scheinen (übrigens ein Phänomen, das mir schon in diversen Yaoi-FFs aufgefallen ist. Hat erzwungene anale Gewalt Einfluss auf das Gehirn und seine Funktionen?). Jose kommt nach all der Zeit, die vergangen ist und trotz der Tatsache, dass wir nicht nur bereits mehrere Male mit ihm geredet haben und er auch schon vergewaltigt hat (jawohl, UNS. Guys, mich und Sie, liebe Leser. Sie waren auch dabei), zu uns und fragt uns, ob wir nicht Guys seien, gerade so, als würde er sich nur noch flüchtig an uns erinnern. Da der Junge offenbar zuviel Schiss hat, Jose auszulachen oder ihm ein Gedächtnistraining zu empfehlen, lobt er ihn für diese geistige Akrobatikleistung. Aber wahrscheinlich hat er recht, es wäre wirklich zu viel verlangt, den Namen von den ganzen Leuten zu kennen, die in den Zellen direkt neben einem schlafen und in denen man schon mal drin steckte. Gerade bei Jose mag das schon eine ziemlich große Zahl sein.
Jose lädt Guys ein, ihm doch nachher ein wenig Gesellschaft zu leisten und um ehrlich zu sein bin ich ziemlich froh, dass er dieses Mal wenigstens vorher fragt. Mal schauen, wie lange dieser Frieden noch hält. Unser Held schlägt das Angebot aus und die beiden beginnen, sich zu belauern, zum Äußersten bereit: Einen Sissy-Fight im Speisesaal anzuzetteln, der zwar wahrscheinlich ohnehin binnen fünf Minuten von ein paar Wächtern niedergeknüppelt wird, aber da die Gefangenen hier offensichtlich nicht immer ganz so prächtig bewacht werden, weiß man ja nie …
Unsere beiden Herren beschließen jedoch, es für heute einmal gut sein zu lassen, stoßen noch ein paar halbherzige Drohungen aus und schleichen sich dann mit mehr oder minder eingekniffenem Schwanz davon. Und weil das so unglaublich spannend war, muss Guys auch gleich ins Bett.

Jetzt sollte man allerdings nicht glauben, dass der Junge dort im Knast nichts anderes macht, als sich mit anderen Jungs zu balgen, die Seife aufzuheben und sich Nachts in den Schlaf zu weinen, oh nein. Er wird zum Raucher, spielt Karten oder schaut sich billige Pornobildchen an.
In einem gewohnt holperigen und komplett unzusammenhängenden Szenenwechsel springen wir von einer Szene, in der Guys von drei ziemlich alten Mitgefangenen gefragt wird, ob er Sex mit ihnen haben möchte, in eine Szene, in der er – hach, so was Dummes aber auch – ausgerechnet in Jose reinläuft. Wie ein Karnickel sucht Guys sein Heil in der Flucht und kreuzt den Weg von Vallewida, der ein Buch liest, in dem es nicht um nackte Frauen geht und deswegen offensichtlich den Horizont unseres Helden übersteigt. Mal im Ernst, kann ich nicht lieber Vallewida spielen? Dann entginge mir auch keine Vergewaltigung, aber ich hätte wenigstens das Gefühl, zumindest einen kleinen Sympathieträger zu steuern.
Wo wir gerade von Sympathieträgern reden, raten Sie doch mal, wer gleich um die Ecke biegt? Nein, es ist nicht Jose und leider auch nicht der Weihnachtsmann oder der Game Over-Bildschirm, es ist Durer, der uns fragte, ob wir nicht eigentlich auf die Toilette wollten, wie wir Jose im Augenblick unserer Flucht noch so glaubhaft versichert hatten.
Schwant Ihnen Übles, lieber Leser? Ja, mir auch.
Der Chef der Wache führt Guys nun in seine Zelle und schließt die Türe ab. Dann greift er sich unser Uke, das natürlich zu blöd war, auch nur einen einzigen Schritt zurück aus seiner Reichweite zu machen und fordert ihn auf, auf die Toilette zu gehen. Nur eben … naja … ohne Toilette eben.



Ich meine, ich weiß, dass Durer in dieser Geschichte das Arschloch sein soll, aber die nun folgenden Witze über Guys’ Pillermann tun einfach nur noch weh. Es sind Momente wie diese, die es mir schwer machen, wirklich weiter zu spielen.
Nein, pardon … SOLCHE Momente gehören auch dazu.



Wie dem auch sei, mit der Luger am Kopf fällt es Guys natürlich wesentlich leichter, zu pullern. Mir auch, wenn ich daran denke, dass bis zur Erfindung dieser Waffe laut Zeitrechnung noch ca. 100 Jährchen vergehen werden.
Time Nazis in France! Yaaaay!
Nachdem die peinliche Puller-Parade sich ihrem Ende zugeneigt hat und Guys schon gepflegt auf den Zellenboden gestrullt hat, legt sich die Nacht über das Gefängnis und über diese herrliche Episode, doch das Spiel ist noch lange nicht ausgestanden.

Wenigstens vergeht die Zeit nicht in Echtzeit, denn laut eigenen Angaben sitzt Guys schon seit drei Monaten dort ein. An diesem Abend hat er keine Lust, seine Mitgefangenen beim Eierschaukeln Gesellschaft zu leisten und entschließt sich, ein wenig mit Willi Wunder zu plaudern, der wie immer in seiner Zelle sitzt und kluge Bücher liest. Gerade, als das Gespräch ein klein wenig in Schwung kommt, steht Durer, der alte Party Buster da und spöttelt unser kleines Date. Charmant, wie er ist, führt er sowohl Vallewida als auch Guys gemeinsam aus dem Zellentrakt in ein dunkles Kellerloch.

Quizzeit!

Meine lieben Leser, raten Sie, was passieren wird in diesem gottverlassenen Verließ am anderen Ende des Gefängnisses?

1. Willi Wunder hat Geburtstag! Überraschungsparty! Pusch, Kuchen und Topfschlagen für alle!!!!1111!!

2. Guys, Durer und Vallewida diskutieren ihre Probleme miteinander aus, kommen zu einem gemeinsamen Konsens und alles wird gut.

3. Beschdümmt irgnwas Päwäsess! *sabba*

4. Ooooch … ich hoffe, Durer und Vallewida kriegen sich am Ende, sie sind so kawaii. Und jeder kriegt Guys. Love and Happiness.

Wie auch immer Ihr Tipp für diese spannende Sache aussehen mag, lassen Sie mich eines gesagt haben: Das Unterwerfungsspielchen zwischen Vallewida und Durer ist an Ödnis nicht zu übertreffen. Zumindest nicht der verbale Teil, der ausschließlich aus Gemurmel, Zurechtweisungen, Drohungen und Entschuldigungen besteht.
Dann wird das Geturtel ein wenig ernster und das Paarungsritual beginnt. Das wilde Durer tritt das Vallewida so lange, bis dieses in eine Starre verfällt, die offenbar bedingungslose Rape-Bereitschaft signalisiert. Nein, das ist kein Witz und wahrscheinlich eine der Stellen, bei denen die Enzai-Fans anfangen würden, über Vallewidas innere Zerrissenheit zu referieren. Denn die ganzen Erniedrigungen gehen natürlich nicht spurlos an Vallewida vorbei, oh nein. Er hat nämlich eine Persönlichkeitsstörung entwickelt, die ihn in einen schmerzunempfindliches, devotes Spielzeug verwandelt.



DAS ist das, was Fans und wahrscheinlich auch Entwickler unter vielschichtigen, tiefgründigen und verzweifelten Charakteren verstehen?
Ich möchte gerne mein Hobbyschreiber-Handwerk aufgeben und vor einer ganzen Nation betonen, dass ich niemals etwas in der Art selbst geschrieben habe und mich davon so weit distanziere, dass man eine Raumsonde bräuchte, um mich aufzuspüren.

Auf jeden Fall ist die Idiotie noch nicht vorbei, denn nun fängt Vallewida an, um Schläge zu betteln. Ich bitte an dieser Stelle meine Leser, das nicht auf eine Stufe mit ernst zu nehmenden BDSM zu stellen. Denn der Grundsatz „Safe, Sane, Consensual“ wurde schon spätestens beim zweiten Wort über Bord gekickt. Das hier ist kein BDSM, das ist nur ein Vorwand, um Voyeurismus zu befriedigen. Das wird Ihnen jeder Anhänger der Szene bestätigen und auch, dass Durer nun eine Gerte rausholt (die auf den Bildern wie eine Peitsche mit Dornen aussieht; offensichtlich hat uns die Continuity mal wieder verlassen), um Vivi zu punishen macht es nicht besser.
Durers Tiraden darüber, wie Vallewida die Schmerzen braucht, wie schmutzig und ekelhaft er ist, erspare ich Ihnen einfach mal, das Lesen ist reine Zeitverschwendung. Inzwischen fragt sich Guys, wer wohl der Verrückteste im Raum ist; Vallewida mit seinen leeren Augen und seinem leblosen Körper, oder Durer, der wie ein Irrer lacht, während er auf den Gefangenen einprügelt. Die Tatsache, dass ich angefangen habe, an meinen Fingernägeln zu kauen und die Wand in meinem Zimmer zu bluten beginnt, scheint niemanden zu interessieren.
Durer zieht sich seine Hosen runter und beginnt, sich zu rubbeln während er seinem Prügelknaben das Blut ableckt. Das sind Dinge, die man nicht oft sieht und eigentlich auch nicht wirklich sehen möchte und das unvermeidliche Ende der ganzen Sache soll Ihnen dieses Bild zeigen:


Tagesgericht heute: Bishi Rot-Weiß

Während ich das alles in Wort und Bild erleben darf fällt Guys in Ohnmacht, so lange, bis er von Vallewida geweckt wird, der offensichtlich in Knuddelstimmung zu sein scheint und sich anscheinend nicht an das erinnern kann, was passiert ist.
Die beiden whinen sich ein bisschen an, der langhaarige Sexbombenleger schaltet wieder in den Spooky-Modus um und ich ergreife gemeinsam mit Guys die Flucht.

Ich gehe jetzt was essen und nehme mir eine Tablette gegen meine Kopfschmerzen. Wahrscheinlich sehen wir uns nächste Woche wieder, dann mit der Frage, ob ein betrunkener Anwalt auch mal mehr als einen Korn findet .

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